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Monkey Jumble 2017

Und wieder lockte es uns am 07. Oktober 2017 an die Saar nach Saarbrücken. 

An Europas größtem Drachenboot-Langstreckenrennen nehmen wir, das Team Draco Treverorum, Abteilung Drachenboot, der Rudergesellschaft Trier, zum dritten Mal teil. Elf Kilometer mit drei Wenden sind zu bewältigen. Dank der Unterstützung der Trierer Kanufahrern, zwei Gastpaddlern und der Trommlerin aus dem Saarland starten wir mit einem vollbesetzten Boot. 

Der Faszination dieses Rennen kann man sich nicht entziehen. Wenn 50 Boote aus dem In- und Ausland an den Start gehen, steigt das Adrenalin. Es dauert eine Weile, bis jedes Boot seinen richtigen Platz gefunden hat. Jeweils vier Boote starten nebeneinander, verteilt auf dreizehn Reihen. 

„Showtime“, tönt es über den Lautsprecher und der Countdown beginnt – volle Konzentration. Ein gewaltiger Donnerschlag zerreißt die angespannte Ruhe über dem Fluss. GO! Wir versuchen unseren Draco auf Touren zu bringen. Der blankpolierte Rumpf des Bootes flutscht über die Wellen. Schon bald haben wir die Startlinie passiert und die Zeitmessung beginnt. Petra, an der Trommel, feuert uns an und Dieter, unser Steuermann, versucht den Überblick zu behalten, um uns unbeschadet bis zur ersten Wende nach 1,9 Kilometern zu lotsen. „Eins, zwei, drei, vier …, mehr Druck!“ Das Gedränge vor der ersten Wende ist groß. Das Feld der 50 Boote ist noch dicht beieinander, doch wir umschiffen die gelben Bojen ohne Probleme. Immer wieder liefern wir uns Zweikämpfe mit gegnerischen Booten und lassen einige Konkurrenten hinter uns. Das motiviert und ein „Stubbi“ jagt das nächste! Stubbi (Steuermann und Besatzung bei Intervallen) bedeutet dreißig Schläge mit hundert Prozent Kraft, ohne die Schlagzahl zu erhöhen. Tanja und Hanns-Peter, unsere Schlagleute, geben das Tempo vor, und die verstehen ihr Geschäft. Anhand der Startnummern der anderen Boote kann man erkennen, dass wir gut im Rennen liegen. Manches Boot mit einer niedrigen Startnummer, das also vor uns gestartet ist, wird  einkassiert. Die Zweikämpfe rauben Kraft und es ist nicht einfach sich zwischen mehreren Booten zu behaupten. Mal sucht das Paddel in einem Wellental nach dem Wasser, um das Boot voranzutreiben, dann wieder schwappt die Saar mit Schwung in den Bauch unseres Dracos. Doch die Pumpen arbeiten einwandfrei und spucken das kühle Nass zurück in den Fluss. Gelegentlich wird es eng. Paddel knallen aufeinander, doch unermüdlich kämpfen wir weiter. Wir haben eine gute Ausgangsposition als die gelben Bojen in Sicht kommen, die die zweite Wende anzeigen. „Rechts mehr Druck!“ Doch das Wendemanöver lässt zu wünschen übrig. Die Strömungsverhältnisse sind tückisch, der Gegenwind macht uns zu schaffen. Wir verlieren wertvolle Sekunden. Weiter geht’s! Bisweilen fahren wir eingekeilt zwischen den Gegnern und versuchen ein gelbes Boot abzuhängen, das immer wieder dagegenhält. Das bedeutet „Stubbi“ und nochmals „Stubbi“! Immer wieder gelingt es uns, einen Konkurrenten abzuhängen. Doch manchmal können wir auch nur hinterherschauen, wenn ein Boot sich davonmacht. Das Feld zieht sich nun doch in die Länge und das Gedränge ist nicht immer ganz so groß. „Ihr schafft das!“, schreit Petra, um uns aufzubauen. „Eins, zwei, drei, vier, ... Draco, zieh!“ Die dritte, letzte Wende kommt in Sicht. „Nicht nachlassen! Mehr Druck!“ Problemlos meistern wir zum letzten Mal die gelben Bojen. Endspurt! „Eins, zwei, drei, vier, … Lang! Lang! Mehr Druck!“ Im Boot wird es immer lauter. Wir feuern uns an! „Ziiieht!!!“ Das Ziel kann nicht mehr weit sein …

Die Glocke ertönt – wir haben es geschafft! Die Mannschaft jubelt und unser Schlachtruf tönt über die Saar: 

Draco dummel Deisch! Draco dummel deisch! Draco dummel deisch! Siehr! Siehr! Siehr!

Das Rennen ist zu Ende! 

Wir haben in der Wertung Fun-Manschaften den 5. Platz erreicht und das mit einem zusammengewürfelten Team, das so noch nie gemeinsam in einem Boot gesessen hat. 

Wir danken den Trierer Kanufahrern, die wieder alles gegeben haben, der Verstärkung aus dem Saarland und unserer Trommlerin für die Weißwürscht!

Hoffentlich seid ihr nächstes Jahr wieder dabei, wenn es heißt: „Showtime!!!“, denn ohne euch wäre eine Teilnahme an diesem spektakulären, einzigartigen Rennen nicht möglich.

                                                                 AHOI!                         

Anita