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Auf der Mosel von Guénange nach Trier

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Vorbereitung

   

Nachdem wir im vergangenen Jahr in Bamberg beschlossen hatten, als nächstes die französische Mosel zu berudern, übernahmen es Ingrid und Volker die Wanderfahrt an Pfingsten 2010 zu organisieren.

Eigentlich ein Heimspiel für diejenigen, die kurz vor der französischen und luxemburgischen Grenze wohnen. Weit gefehlt! Es stellte sich heraus, dass die Franzosen äußerst bürokratische Ansichten haben, wenn sie einen Angriff auf ihre Gewässer und Schleusen vermuten!

 

Zunächst muss man in Nancy bei der Behörde Navigation du Nord-Est dazu eine Genehmigung einholen. Da fiel Ingrid unser Ruderkamerad Claude ein, und outsourcte fortan dieses Unterfangen nach Luxemburg, während die beiden Saarburger sich auf die übliche Suche nach geeigneten Ab- und Anlegestellen begaben. Wie ich ihren Schilderungen entnehmen konnte, stellte auch diese Aufgabe sie vor manche problematische Situation.

Freitag, 21. Mai

   

Letztendlich waren alle Details bis ins Kleinste geregelt und wir machten uns am Freitag, den 21. Mai, auf den Weg nach Nennig, wo wir im Hotel „Zur Traube“ unser Standquartier bezogen.

Wie auf Knopfdruck schaltete das Wetter vom fiesesten Aprilwetter auf fast schon hochsommerliche Temperaturen um. So sehr wir uns darüber auch freuten, es sollte uns allen in Verbindung mit den täglich zu rudernden rund 30 Kilometern schwer zu schaffen machen.

 

Der Bootstransport von der RGT nach Guénange, wo wir unsere Boote (je zwei 2er und 4er) beim Segelverein lagern durften, steckte allerdings bereits in Konz im Stau. Die gastfreundlichen Segler aber zeigten Verständnis und erwarteten uns mit großem Hallo und halfen sogar beim Abladen der Boote.

Zurück in Nennig, wo die restliche Truppe mittlerweile eingetroffen war, ließen wir die Wanderfahrt offiziell mit einem Glas Sekt beginnen, und uns von Herrn Boesen kulinarisch verwöhnen, tolles Essen!

Samstag, 22. Mai

   

Der Samstag begann mit einem Geburtstagständchen für unsere Fahrtenleiterin Ingrid.

Sobald unser „Ärzteteam“ eingetroffen war, fuhren wir in freudiger Erwartung nach Guénange, wo wir unsere vier Ruderboote „Argo“, „Sperber“, „Confusio“ und „Stadt Trier“ ins Wasser ließen. Leider konnten wir nicht direkt losrudern, weil Claude bei der Schleuse in Thionville nicht nur mit der bereits erwähnten Bürokratie zu kämpfen hatte, sondern auch mit dem dortigen Drucker, der unsere Genehmigungen und Vignetten in jeweils 9facher Ausfertigung erstellen musste. Es tröstete uns ein wenig, als unsere freundlichen und hilfsbereiten Segler meinten, sie müssten sich ebenfalls der gleichen Prozedur unterwerfen. Offensichtlich handelt es sich hier keinesfalls um eine Schikane gegen die Nachbarländer….

Bis zur ersten Schleuse in Thionville waren es gerade mal 6 km. Dieses Schleusenerlebnis kosteten wir in vollen Zügen aus. Nach geschlagenen zwei Stunden, in denen Burkhard mehrfach mit dem Schleusenwärter diskutierte, die anderen entweder ein Sonnenbad nahmen oder das Gebüsch aufsuchten, durften wir - trotz Anmeldung in 9facher Ausfertigung, siehe oben - endlich in die Schleusenkammer einfahren.

 

Die erste Mittagsrast fand beim Ruderclub in Basse-Ham statt, wo uns Volker und Paula schon sehnsüchtig erwarteten. Zum Glück konnten wir das internationale Spezialitäten-Picknick im Schatten aufbauen, wer wollte konnte sogar die Türme von Cattenom „bewundern“.

Von hier war die nächste Schleuse nicht mehr weit. Ein Anruf von Claude während unserer Mittagsrast und wir konnten dieses Mal ohne Wartezeit direkt in die Schleuse einfahren.

Bis hierher war die Landschaft durchaus verbesserungswürdig.

Nach dem Mittagessen hatten wir noch unser halbes Tagespensum vor uns, bis wir unser Tagesziel am Campingplatz in Sierck-les-Bains erreichten. Die durch den langen Winter noch untrainierten Muskeln schmerzten und wir waren froh, dass wir bei der Campingwartfrau kühle Getränke bekamen und uns dort erholen konnten, bis die Fahrer zurück und wir endlich unter die Dusche kamen.

Durch die erste Schleuse in Thionville hatte sich unser Zeitplan arg nach hinten verschoben, und das Abendessen, das im Restaurant „Moselbrück“ in Nennig geplant war, musste ebenfalls auf uns warten.

Sonntag, 23. Mai

   

Pfingstsonntag setzten wir unsere Tour in Sierck-les-Bains fort. Durch den Wellenschlag eines vorbeifahrenden Motorbootes wurde Burkhard schon direkt beim Einsteigen pitschnass und musste seine Kleidung auf dem Enterhaken im Wind trocknen lassen. Das Bild hatte schon etwas piratenhaftes an sich.

Wie am Vortag war es wieder heiß und sonnig und auch die Landschaft verbesserte sich zusehends.

Nach der Schleuse Apach ruderten wir über die Grenze Frankreich-Luxemburg und waren nach dem geschichtsträchtigen Ort Schengen immer wieder Grenzgänger zwischen Deutschland und Luxemburg.

 

Unsere Mittagsrast legten wir an einem schattigen Plätzchen in Nennig ein, wo Volker uns wieder mit dem exzellenten Büffet erwartete. Da wir uns in der Nähe unseres Hotels befanden, holte Volker noch schnell Ursula Vogel ab, die einen Tag Arbeitspause machte. So kam sie auch noch in den Genuss unseres Picknicks.

Gestärkt setzten wir die Fahrt entlang der Weinberge bis zum Ende unserer Tagesetappe fort, die in Nittel endete. Insgesamt legten wir heute wieder ca. 30 km zurück.

Zum Abendessen fuhren wir nach Saarburg, wo uns Ingrid und Volker einen Tisch in ihrem Stammlokal „Keller’s Wirtshaus“ direkt am Saarufer hatten reservieren lassen. Es mundete prima!

Nach dem Essen zog es noch einen Teil der Gruppe in den historischen Ortskern, um die beste Eisdiele von Saarburg zu testen.

Montag, 24. Mai

   

Unsere letzte Etappe erforderte eine besondere Logistik. Das Gepäck musste verladen, die PKWs sowie der Bootshänger zur RGT gefahren werden. Zwischenzeitlich wurden die übrigen Ruderer bei den Booten in Nittel abgesetzt. Vorher aber stellte Rolf noch beim Frühstück die Frage, ob jemand nicht mehr rudern möchte. Die beiden vorherigen Tagesetappen waren doch relativ anstrengend gewesen. Es wollten aber alle wieder ins Boot – Hut ab!

Nach zwei Tagen Gegenwind kam der Wind diesmal erfreulicherweise aus der „richtigen“ Richtung, sodass wir unsere inzwischen doch schon etwas strapazierten Muskeln ein wenig schonen konnten. Nach der Schleuse in Grevenmacher ging es vorbei an Sauer- und Saarmündung in Richtung heimische Gefilde.




  

Die letzte Mittagsrast legten wir beim Ruderverein in Konz ein. Allerdings ist der Steg relativ kurz, sodass es beim Herausheben der Boote leider wieder Burkhard erwischte, der diesmal in voller Montur einschließlich Handy richtig im Wasser landete. Ob sein Handy wohl wieder funktioniert?

Nachdem wir die letzten Reste vertilgt hatten, ging es auf zum Endspurt. Nach der letzten von insgesamt sechs Schleusen in Trier-Feyen ruderten wir unsere „Paradestrecke“ bis zur RGT.

Abladen und Aufriggern war dieses Mal nicht nötig. Nachdem die Boote wieder an ihren angestammten Plätzen lagen, versammelten wir uns zum traditionellen Abschiedstrunk.

Insgesamt war die Tour hervorragend organisiert, das Wetter hat sein Bestes gegeben und die Stimmung war prima.


Vielen Dank an alle, die zum guten Gelingen beigetragen haben! Dies sind insbesondere Ingrid und Volker (mit Paula) für die Fahrtenleitung und den Landdienst, Claude für die Schleusenkommunikation und natürlich alle Hobby-Sterne-Köchen!